Zielgruppe
Dimensionen
BewohnerInnen Angehörige Pflegende
Pflege und 
Betreuung
 
….erhalten gemäss Leitbild eine
angemessene Pflege und Betreuung
…erleben eine aktivierende, motivierende Unterstützung 
…können mit Bezugspflege rechnen
… erfahren Unterstützung in der körperlichen Autonomie, der Freiheit, dem Vermögen und dem Willen über den eigenen Körper  bestimmen zu können
…bestimmen das Ziel und die  Massnahmen
 
 
….werden eingeladen sich nach Möglichkeit an der Pflege und Betreuung zu beteiligen
…werden über pflegerische Massnahmen informiert
…fühlen sich von den Pflegenden in der Zusammenarbeit unterstützt
 
…entwickeln zusammen mit den BewohnerInnen individuelle Unterstützung bezüglich Ressourcen und Problemen
…verfügen über Fachkompetenz in physisch, psychisch, sozialen und spirituellen Dimensionen der Betreuung und Pflege
…werden durch kontinuierliche Einarbeitung und durch interne und externe Weiterbildung
…kennen alternative Methoden wie Kompressen, Aromapflege, Entspannungshilfen
 
 
Psychosoziale Betreuung und Begleitung
…bestimmen selbst das Mass an Einbindung und Rückzug
…erfahren Respekt gegenüber ihrer Intimsphäre
…erhalten Beratung im erstellen von Patientenverfügung
…können die Gestaltung des Zimmers, des Alltags, der   Jahreszeiten und Feste mitbestimmen
…können auf Wunsch mit Tieren umgeben sein
 
…können  bei Bedarf  mit Familiengesprächen rechnen
…werden auf unterstützende Angebote hingewiesen
…werden in den Prozess der Entscheidungsfindung eingebunden
…sind an Festen eingeladen
…kennen die Bezugspersonenarbeit
…kennen neutrale Ansprechperson bei Problemen
 
…können entlastende Gespräche führen oder Unterstützung anfordern
…arbeiten mit den biographischen Angaben
…nehmen die Angehörigen als zum System gehörend wahr
…gestalten den Aufbau, den Erhalt und die Ablösung in der pflegerischen  Beziehung
 
Demenz
…erfahren angepasste Unterstützung im Prozess der Erkrankung
…erleben die Beachtung ihrer Lebensgewohnheiten
…finden in der Wohngruppe Unterstützung in Form von Stetigkeit, Kontinuität, und Beständigkeit
 
…sind als wichtige Informationsträger berücksichtigt
…erfahren Beratung im Prozess der Erkrankung der Angehörigen
…werden auf Angebote der Bewältigung hingewiesen
 
…wenden milieutherapeutische Grundsätze an
…arbeiten nach dem 3 Welten Konzept
…setzen sich durch Weiterbildung mit dem Thema auseinander
…können mit Nähe und Distanz umgehen 
…wenden angepasstes Schmerzkonzept an
 
Spirituelle Betreuung und Begleitung
…haben die Möglichkeit ihre persönliche Spiritualität zu leben
…kennen das Angebot der religiösen Begleitung im Haus
 
...sind informiert über das Angebot im Haus
…stellen bei Bedarf den Kontakt mit der Seelsorge her
…kennen die Grundprinzipien der spirituellen Bedürfnisse
…respektieren jede Religion und persönliche Überzeugung
 
Sterben  und Tod
…werden nach ihren 
Wünschen bezüglich Sterben  befragt
…müssen nicht alleine sterben, dürfen aber auch im Sterben alleine sein
…können von verstorbenen Mitbewohnern Abschied nehmen
 
 
…werden frühzeitig nach ihren Bedürfnissen und Grenzen befragt
…erfahren Unterstützung durch
Gespräche
…werden eingeladen sich in Pflege und Begleitung zu beteiligen
…werden auf Angebote der Trauerbewältigung hingewiesen
 
…begleiten das Sterben nach palliativen Prinzipien
…setzen sich mit Sterben und Tod auseinander
…nutzen die Möglichkeit von Ritualen
…können bei Bedarf Hilfe für sich anfordern
 
 
Zielgruppe
Dimensionen
Interdisziplinäre Zusammenarbeit
Rahmenbedingungen
Qualitätssicherung
 
 
Pflege und 
Betreuung
…mit zielorientierter Haltung
…durch die vertraute Hausarztperson, Physio, Konziliardienste, 
Pflegeberatung, Aktvierungstherapie
…erfolgt durch runden Tisch, Rapporte, Standortgespräche, Visiten bevorzugt durch Bezugsperson
…durch regelmässige interdisziplinäre Rapporte
 
…durch Leitbild,  Richtlinien, Standards und Konzepte ,in Arbeitsgruppen erarbeitet und regelmässig evaluiert 
…wie z.B. die Themen Palliative Care mit Symptommanagement, Eintritt, Bezugspflege, das Begleiten von Entscheiden
…als Lernbetrieb  mit den Neuentwicklungen der Pflege verbunden
…durch Fehler-management
…Pflegeplanung/Prozess
…RAI
…Schulung neuer Mitarbeit.
 
 
Psychosoziale Betreuung und Begleitung
…durch die vielfältigen Angebote der Aktivierung in der Alltagsgestaltung
…durch Besuchsdienst
…durch regelmässig stattfindende Feste, Ferien, eigene Tiere, Kontaktmöglichkeit in Cafeteria und  Quartier  
 
…durch die Ausrichtung nach Hildegard Peplau
…Beratung bei Patientenverfügung
…ethische Grundsätze SBK, RAI, SAMW, Qualitätsnormen SBK
…individuelles Angebot der aktiven Tagesgestaltung durch Aktivierungsgruppe
…Fallbeispielarbeit
…Arbeitsgruppen Bezugspflege, Heimrat
…organisiert Feste, Ferien
 
 
Demenz
…durch psychiatrischen Konsiliardienst
…durch Pflegeberatung
…Coaching von Spezialisten in personenzentrierter Validation
 
…regelmässig überprüftes 3 Weltenkonzept
…Weiterbildung  in personenzentrierter Validation
…geschützte Spezialabteilung nach milieutherapeutischen Bedingungen
…beachten der Sicherheit und Freiheit nach Richtlinien der SGG.SSG
 
 
Spirituelle Betreuung und Begleitung
…regelmässige Anwesenheit  von SeelsorgerInnen 
…durch einbinden der Seelsorge oder anderer Dienste in den interdisziplinären Austausch
 
…individuelle Seelsorge und regelmässige Gottesdienste im Haus
 …das Team erhält Weiterbildung zu spezifischenen Thema
 
 
Sterben  und Tod
…durch einbinden der Seelsorge oder anderer Dienste in den interdisziplinären Austausch
…Sterben und Tod als normalen Prozess in den Alltag integrieren
..im Gespräch mit BewohnerIn, Angehörigen , Betreuungsteam
 
…Begleiten beim Erstellen einer Patientenverfügung
…bietet Beratung und Weiterbildung für Personal
…Das AZAB bietet Rituale zum Gedenken und Abschiednehmen  von Verstorbenen an
 
 

Kurativ/Palliativ/Präventiv/Rehabilitativ
 
Einleitung:
Betagte Menschen leben in einem labilen Gleichgewicht, dies erfordert eine angepasste und sorgfältige Begleitung durch uns Pflegende. Wir beachten in unserer Institution mit dem Pflege- und Betreuungskonzept eine  individuelle Wahrnehmung und  Einschätzung der Bewohnerbedürfnisse. Wir legen Wert auf eine motivierende und aktivierende Betreuung- keine versorgende sondern eine sorgende Pflege in einem ganzheitlichen Sinn.
Bei Entscheidungen ist  die Gesamtsituation des Betroffenen berücksichtigt. Die Behandlung und die Pflege kann präventiv, kurativ, palliativ oder rehabilitativ  ausgerichtet sein. Das Assessement erfolgt interdisziplinär.
Der Behandlungsansatz kann sowohl überlappend, ergänzend, teilweise oder ausschliesslich palliativ, kurativ, präventiv wie auch rehabilitativ sein.
 
Kurativ
Wir sehen das Altern des menschlichen Körpers als einen natürlichen Vorgang an. Die Rückbildungen und der Abbau führen nicht zwangsläufig zu Krankheiten. Die Erscheinungen des Alterns prägen aber den Alltag der betroffenen Menschen und können ihn beschwerlich machen.
Die Anfälligkeit für Krankheiten nimmt jedoch zu und erfordert ärztliche und pflegerische Betreuung. Im Zentrum der Behandlung der meist chronischen Erkrankung steht der betroffene Mensch mit seinen Zielen und der zu leistenden Unterstützung der gesunden Anteile. Die Bewältigungsstrategie des betagten Menschen wird beachtet und in die Betreuung eingebunden.
 
Palliativ
Die kurative Therapie tritt im Laufe der Zeit im Pflegeheim eher in den Hintergrund zugunsten von Palliativ care. Die Entscheidung ob kurativ behandelt wird oder werden kann, erfolgt interdisziplinär und  nach dem Willen, oder dem mutmasslichen Willen des betroffenen Menschen. 
Im Zentrum steht das Lindern von weit fortgeschrittenem Leiden bei begrenzter Lebenserwartung.
Es geht um das Lindern von Symptomen und Funktionseinschränkungen, welche den betroffenen Menschen belasten und um den Erhalt einer von ihm und seinen Angehörigen als bestmöglich definierter Lebensqualität. 
Palliative Medizin und Betreuung hilft 
Körperliches Wohlbefinden zu erhalten
Durch ständige Beobachtung und Behandlung körperlicher Symptome mit anerkannten Methoden und Messinstrumenten
Durch die Aufmerksamkeit, die der Pflege des Körpers gewidmet wird z.B. bei der Mund/Haut/Wundpflege, der wohltuenden Ernährung, durch Entspannungsmöglichkeit durch Einreibung und Bäder.
Solche Massnahmen fördern das Selbstwertgefühl und die Autonomie 
Angehörige werden ermutigt, sich an der Pflege zu beteiligen
 
Psychisches Leiden zu lindern
Eine schwere und oder chronische Krankheit bedeutet immer einen tiefen Umbruch im Leben eines Menschen und seiner Angehörigen. Palliative care begleitet durch diese Krise hindurch:
Sie hilft veränderte Umstände zu bewältigen
Sie unterstützt die Anpassung an neue Situationen
Sie hört zu und schafft ein Klima der Wahrhaftigkeit
Sie bietet die Möglichkeit, Gedanken und Gefühle auszudrücken
Sie gibt Gewissheit, bis zum Ende des Lebens begleitet zu werden
Sie unterstützt die Angehörigen während Krankheit und in der Trauer
 
Soziale Beziehungen zu unterstützen 
Auch wenn aufgrund von Krankheit die Möglichkeit eingeschränkt ist den gewohnten Beschäftigungen nachzugehen, wird die betroffene Person ermutigt
Ihren Platz in der Gesellschaft so gut wie möglich beizubehalten
Beziehungen zu knüpfen und zu pflegen
Eigene Wünsche im Rahmen des Möglichen zu verwirklichen
Erfährt Unterstützung im Regeln administrativer Fragen
 
Seinen persönlichen Glauben zu leben 
Palliative care weiss um die Bedeutung der spirituellen Dimension und der Suche nach einem Sinn im Erleben von Krankheit und Sterben. Deshalb
werden die Betroffenen und ihre Angehörigen in ihrer Suche in dem unterstützt, was für sie wesentlich und sinnstiftend ist
Präventiv
Auch wenn die Hauptausrichtung der Pflege in unserem Haus palliativ ist, hat  Prävention einen eigenen Stellenwert.
 
Prävention lässt sich einteilen in
Primäre Prävention
Unter primärer Prävention verstehen wir die Förderung der Gesundheit und die Verhütung von Krankheiten.
Sekundäre Prävention
Sekundäre Präventionsmassnahmen betreffen die Krankheitsfrüherkennung dann, wenn subjektiv noch keine oder wenige Symptome wahrgenommen werden. (Entdecken im Frühstadium gleich bessere Behandlungsaussichten)
Tertiäre Prävention
Unter tertiärer Prävention versteht man die Verhütung der Verschlimmerung von Erkrankungen, sowie die Vorbeugung von Folgeerkrankungen dann, wenn eine Erkrankung bereits eingetreten oder fortgeschritten ist. Als Beispiel bei Schmerz durch Beachten der körperlich, psychisch, spirituell und sozialer Dimension. 
Durch vorausschauende Planung verhindern wir mögliches Leiden und vermeidbare Komplikationen, indem zum Beispiel Einflussfaktoren wie Demenz (Anpassen von Erfassungsinstrument und Art der Evaluation) berücksichtigt werden.
 
Rehabilitation
Die Rehabilitation dient vor Allem dem Erhalt von Selbständigkeit und Autonomie der Heimbewohner und Bewohnerinnen. Sie wird interdisziplinär und zielorientiert begleitet und unterscheidet sich in
Rehabilitation durch Spezialisten wie Physio- und  Ergotherapie, welche von Artzpersonen verordnet werden
Pflegerische Massnahmen zur Rehabilitation sowie restaurative Massnahmen. Restaurative, erhaltende Pflege bezieht sich auf alle pflegerischen Massnahmen, die dazu dienen, die Fähigkeit der Bewohner, der Bewohnerin bei ihrer Anpassung an die Umwelt und ihrer Selbstversorgung zu erhalten oder zu verbessern, weitere Verluste aufzuhalten und neue Fähigkeiten zu fördern. Gemeint damit ist die körperliche, die geistige und die psychosoziale Funktionsfähigkeit, z.B. Gehfähigkeit, Mobilität, Ankleiden, sich Waschen, Essen, Transfer, versorgen von Wunden und Prothesen, Kommunikation mit anderen Personen, Entscheidungsfähigkeit.
 
Quellen und Grundlagen
Leitbild AZAB, Lehrbuch Palliative care, C.Knipping (2006), Alt krank und verwirrt von M. Kojer (2003), Präventive Aspekte in der palliativen Versorgung von Schneider, N./Waler, u. (2007), Palliative Betreuung von SGPMP (2006), RAI Handbuch (2007), SBK: Qualitätsnormen für die Pflege und Begleitung alter Menschen (1994)
 
 
Diese Pflege- und Betreuungskonzept wurde von den Mitgliedern der AG Pflegekonzept erarbeitet und vom Stiftungsrat am 16.04.2009 genehmigt.